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demoKI: Demokratie- und KI-Bildung vereinen

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Einblicke in die Arbeit der preisgekrönten Friedensschule Osnabrück – Gastbeitrag von Max Knolle

KI-Kompetenz ist mehr als Bedienungswissen. Wer KI nur nutzt, ohne zu verstehen, wie sie funktioniert, welchen Interessen sie folgt und welche gesellschaftlichen Fragen sie aufwirft, bleibt abhängig von Systemen, die er nicht einordnen kann. Genau hier beginnt die eigentliche Bildungsaufgabe. Mit demoKI hat die Friedensschule Osnabrück darauf eine praxisnahe Antwort gefunden. Mit einem innovativen Lernkonzept verbindet sie KI-Bildung konsequent mit Demokratiebildung. Dafür wurde sie Ende Januar mit dem 1. Platz beim KI-Schulpreis (Teilkonzept) ausgezeichnet. In diesem Gastbeitrag gibt Max Knolle Einblicke in die Arbeit an der preisgekrönten Schule.

Lernen auf drei Ebenen – und für alle Generationen

Der Kern des Konzepts sieht vor, dass Schüler:innen (an der Friedensschule Lernpartner:innen genannt) in einer 1,5-jährigen Ausbildung KI-Kompetenzen auf drei zentralen Ebenen erwerben:

  1. Was kann KI?
  2. Wie funktioniert KI?
  3. Was macht KI mit unserer Gesellschaft?

Das Besondere: Die Lernpartner:innen entwickeln zu allen drei Ebenen eigene Lernprodukte, oft bewusst analog und anschaulich. Diese Produkte sind nicht nur Lernmaterial, sondern die Basis für echte Bildungsarbeit: In Workshops, Infoständen und Veranstaltungen geben die Jugendlichen ihr Wissen weiter: An Grundschüler:innen, Senior:innen, Lehrkräfte und die interessierte Öffentlichkeit.

Die Lernprodukte:

Die Lernprodukte werden für alle drei Lernebenen entwickelt. Auf jeder Ebene werden immer zwei verschieden Produkte entwickelt – eins mit Schwerpunkt KI-Bildung und eins mit Schwerpunkt Demokratiebildung. 

Ebene 1: Was kann KI

KI-Bildung: Das Botkartenspiel

Bei unserem ersten Lernprodukt entwickelten die Lernpartner:innen Initialprompts, die ihnen in ausgewählten Situationen helfen. Die Texte der Prompts werden hinter QR-Codes hinterlegt, können kopiert und in einen KI-Chatbot eingefügt werden. 

Demokratiebildung: Fake News Generator

Das nächste Beispiel – der Fake News Generator – schließt als Lernprodukt an die Botkarten an. Wenn man mit Hilfe von generativer KI Bilder und Texte erzeugen lassen kann, lassen sich auch schnell und einfach Falschinformationen erstellen. Das Lernprodukt schafft so Gesprächsanlässe zum Thema Fake News.

Ebene 2: Wie funktioniert KI?

KI-Bildung: Die Klemmbaustein-Intelligenz

KI baut Antworten aus gelerntem Wissen. Mit Hilfe von Klemmbausteinen wird diese Funktionsweise von KI spielerisch erlernt. Die Lernpartner:innen machen Fehler und besprechen, wie diese zustande kommen. Dieses Lernspiel ist die Grundlage für das nächste Lernprodukt.

Demokratiebildung: toBIAS fällt durchs Raster

Bei einem von unseren Lernpartner:innen entwickelten Würfelspiel soll aufgezeigt werden, wie es dazu kommt, dass KI-Antworten Vorurteile reproduzieren. Die Mechanismen dahinter kann man erst verstehen, wenn man selbst begriffen hat, wie generative KI grundsätzlich funktioniert. Das Spiel versucht deshalb an Gefühle der Lernenden anzuknüpfen. Das Spiel befindet sich aktuell noch in der Erprobung, wird aber bald veröffentlicht.

Ebene 3: Was macht KI mit der Gesellschaft?

KI-Bildung: Energy of Tales

Bei den Energy of Tales wird das Augenmerk durch ein Rollenspiel auf den bei der Berechnung der Antworten entstandenen Energieverbrauch von KI gelegt. Die Lernpartner:innen werden in das moralische Dilemma versetzt, ob sie sich weiterhin Arbeit und Kreativität abnehmen lassen sollen, oder selbst aktiv werden wollen.

Demokratiebildung: DystoKI vs. UtoKI

DystoKI vs. UtoKI bietet darüber hinaus ein Gedankenspiel zu möglichen Zukunftsszenarien in Bezug auf KI-Einsatzmöglichkeiten. KI-Systeme sind nicht nur Text- und Bildgeneratoren, sie werden zukünftig vielfältig eingesetzt. Doch was bedeutet das für uns? In diesem Lernspiel spinnen die Spieler:innen Dysto- und Utopien zu verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von KI.

Wie arbeiten wir mit den Lernprodukten

Die Lernprodukte werden zum Beispiel beim „Tag der Niedersachsen“, aber auch in Workshops für Senior:innen, oder im schulischen Alltag vorgestellt. demoKI setzt konsequent auf das Weitergeben von Wissen und Kompetenzen. Wer selbst mitentwickelt hat, kann erklären, diskutieren und reflektieren und genau das zeigt Wirkung. Die Lernpartner:innen treten sicher auf, gehen offen auf fremde Menschen zu und können auch komplexere KI-Fragen verständlich beantworten.

Alle Materialien des demoKI-Projekts stehen als Open Educational Resources (OER) unter CC-BY-NC-SA Lizenz auf http://www.demoki.info/ frei zur Verfügung. Beratend unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Universität Osnabrück (Pädagogik & Cognitive Science), der Bohnenkamp-Stiftung, dem RLSB Osnabrück sowie weiteren Menschen aus Bildung und Gesellschaft.

Mit der Auszeichnung beim KI-Schulpreis ist das Projekt nicht zu Ende. demoKI wird stetig weiterentwickelt. Derzeit läuft bereits der dritte Durchgang, und dieser startet parallel mit einem besonderen Twist: Fortgeschrittene Lernpartner:innen geben ihr Wissen direkt an neue Gruppen weiter. So entsteht ein nachhaltiges, selbsttragendes Lernsystem. Auch Lehrkräfte profitieren, denn KI-Kompetenzen werden gezielt ins Kollegium getragen.

demoKI wurde zusätzlich zum KI-Schulpreis auch mit dem Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ 2024 ausgezeichnet. Als Modellprojekt zeigt es, wie Schule junge Menschen zu mündigen Gestalter:innen einer KI-geprägten Zukunft machen kann – offen, demokratisch und gesellschaftlich wirksam. demoKI möchte zeigen: KI-Bildung funktioniert dann am besten, wenn sie verständlich, partizipativ und menschlich bleibt.

Nachgefragt: Max Knolle im Gespräch

Wie misst demoKI, ob die Lernpartner:innen KI tatsächlich kritischer einordnen – oder primär besser erklären können?

Die Lernpartner:innen kommen ständig in Situationen, in denen sie ihr gelerntes Wissen reflektieren und die Lernprodukte erklären müssen. Regelmäßig wird die Schule von Hospitant:innen anderer Schule besucht. Diese besuchen gerne die demoKI Werkstatt. Ihnen wird dann regelmäßig erklärt, was wir machen. Auch größere Aktionen tragen dazu bei, dass sie sich kritischen Fragen stellen müssen. Die Weiterarbeit an den Lernprodukten fordert eine wöchentliche kritische Auseinandersetzung mit dem Produkt. Was muss verbessert werden? Hat sich etwas an der Ausgangslage verändert?

Welche Bedingungen braucht demoKI, die an anderen Schulen nicht selbstverständlich sind? 

Die entscheidenden Faktoren sind Zeit und die Frage: “Möchte ich mich mit meinen Schüler:innen auch kritisch mit KI auseinandersetzen und die gesellschaftliche Komponente in meinen Unterricht integrieren?” Hierfür eignen sich manche Settings besser als andere. Man kann demoKI innerhalb einer Arbeitsgemeinschaft komplett adaptieren. Es ist aber auch möglich die Lernprodukte in kleinen Happen in den Unterricht zu integrieren.

KI-Bildung und Demokratiebildung werden im Projekt als natürliche Partner behandelt. Aber ist das wirklich zwingend? Könnte man KI-Kompetenz auch ohne demokratische Rahmung sinnvoll vermitteln – und was würde dann fehlen?

Für uns ist eine ganzheitliche KI-Bildung nur dann komplett, wenn alle 3 Ebenen (s.o.) behandelt werden. Hierzu gehört vor allem auch die Ebene “Was macht KI mit der Gesellschaft?”. An dieser Stelle ist Demokratiebildung ganz von selbst mit dabei.

Welche Zielgruppe erreicht demoKI bisher nicht – und warum? Wer sitzt nicht am Infostand, nimmt nicht am Workshop teil, wird nicht angesprochen?

Um Menschen zu erreichen ist es aus unserer Erfahrung wichtig, dass sie eine grundsätzliche Meinung zum Thema KI haben. Es ist hierbei nicht wichtig, ob diese negativ oder positiv ist. Das Projekt steht nämlich nicht für KI, sondern für den Umgang mit ihr. So erreichen wir selbst die Kritiker, denn das KI uns in Zukunft (wie auch immer) begleiten wird, daran haben selbst diese keinen Zweifel. Umso wichtiger ist es, den Umgang mit KI zu schulen. Nur diejenigen die keine Meinung zu KI haben, erreichen wir nicht. Sie bleiben nicht an unseren Infoständen stehen oder melden sich nicht für Workshops an. 

„Mündige Gestalter:innen einer KI-geprägten Zukunft“ – das ist ein starkes Versprechen. Was genau ist damit gemeint, und woran würde man erkennen, dass es eingelöst wurde?

Wir hoffen, unseren Lernpartner:innen ein breites Feld an Kompetenzen mit auf den Weg zu geben, damit sie den Einsatz von KI zukünftig erkennen (Was kann KI?). Sie analysieren, wie die Inhalte zustande gekommen sind (Wie funktioniert KI?) und reflektieren die Wirkung auf sich selbst und die Gesellschaft (Was macht KI mit der Gesellschaft?), um so ihre nächsten Schritte bewusst zu wählen, sowie die Folgen ihres Handelns abzuschätzen. So die Vision. Ob das funktioniert, bleibt abzuwarten. Erste Erfolge sind aber schon zu erkennen. So fangen die Lernpartner:innen schon sehr früh im Projekt an, KI anders zu nutzen: Weg von KI als Google Ersatz, hin zu KI als Helferin. Auf der anderen Seite merken wir aber auch, dass KI schon so normal für viele Lernpartner:innen ist, dass der Weg zu einer kritischen Hinterfragung immer steiniger wird. Umso wichtiger ist es schnell damit anzufangen. Die Lernprodukte helfen mit ihrem spielerischen Charakter, kritische Denkprozesse anzustoßen.

Zum Autor: Max Knolle ist Lernbegleiter an der Friedensschule Osnabrück. Dort ist er Beauftragter für Digitales. Seit Anfang 2024 ist er Projektleiter des demoKI Projektes. Dieses wurde komplett an der Friedensschule entwickelt. Alle Materialien werden auf http://www.demoki.info/ zur Verfügung gestellt. Auf Instagram kann man das Projekt unter @demoki_projekt begleiten.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Friedensschule Osnabrück und unter https://www.demoki.info. 

Veröffentlicht am 18. März 2026

Zuletzt aktualisiert am 18-03-2026

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